26.08.2018

Einsatz Spreewitz (7/18)

Zusammenfassung über den Einsatz in Spreewitz

Bereits seit dem Anfang der Woche lief der Brandeinsatz der Feuerwehr in der Nähe von Spreewitz. Dort hatte sich ein 10.000m² großes Kohlestaubbecken entzündet und brannte nun ober- und unterirdisch in einer Tiefe von bis zu 8m. Die Einsatzleitung der Feuerwehr alarmierte dann am Dienstag den THW Ortsverband Bautzen mit der Fachgruppe WP (Wasserschaden / Pumpen) um das Becken mit einer großen Menge an Wasser aus einem nahegelegen Grubenabwasserkanal zu fluten.

Im Laufe des Mittwoch stellte man fest, dass die eingebrachte Menge zu gering ist und entschied sich die Fachgruppe WP des THW Ortsverband Riesa und dessen neue, seit 4 Wochen in Riesa stationierte, Großpumpe mit einer Leistung von 25.000 l/min zu alarmieren. In diesem Zuge erfolgte ebenfalls unsere Alarmierung mit dem Auftrag zur Unterstützung im Bereich Transport und Energieversorgung für die Kameraden aus Riesa. Entsprechend wurde unsere 2. Bergung des 1. Technischen Zuges alarmiert um mit 4 Helfern, darunter Bediener Ladebordwand und Netzersatzanlagen, dem MLW IV (aktuell als MZKw genutzt) und dem 50kVA-NEA nach Riesa zu verlegen und dort weiteres Material aufzuladen.

Nachdem unsere Helfer in Riesa angekommen waren und das Material verlastet war startete die Kolonne aus vier LKW und insgesamt drei Anhängern gemeinsam in Richtung Spreewitz. Auf der Anfahrt zum Einsatzort musste das 50kVA-NEA aufgrund eines technischen Defekts zurück gelassen werden, konnte aber durch Helfer des THW OV Riesa wieder zurück verbracht und der Instandsetzung zugeführt werden.

An der Einsatzstelle angekommen verschafften sich Gruppenführer und Truppführer der Fachgruppe WP einen Überblick über die Lage und teilten den Trupps entsprechende Aufgaben zu. Unsere eingesetzten Helfer wurden damit beauftrag den Teil der elektrisch angetriebenen Tauchpumpen in den Einsatz zu bringen. Unterstützt wurden sie hierbei durch die Kameraden der Feuerwehr und die 1. Bergung des THW Ortsverband Kamenz. Parallel dazu wurde die Großpumpe an den Einsatzort gestellt und aufgebaut. Dieses geschah mit der geballten Kraft aller verfügbaren Einsatzkräfte da allein ein Druckschlauch in der Größe „G“ (200mm Durchmesser) ca. 90kg wiegt. Entsprechend schwer gestaltete sich der Aufbau der Druck- aber auch der Saugstrecke für die Pumpe.

Bereits nach ca. 2h konnten die ersten elektrischen Tauchpumpen in Betrieb genommen werden. Die elektrische Versorgung übernahm an dieser Stelle die Fachgruppe E (Elektroversorgung) des THW OV Kamenz. Nach und nach wurden Tauchpumpen des Herstellers WILO und kleinere vom Typ CHIEMSEE in den Grubenwasserkanal gebracht und in Betrieb gesetzt. Somit stand letztlich eine ungefähre Pumpleistung von 20.000 l/min mittels elektrischer Tauchpumpen zur Verfügung die an einer naheliegenden Einleitstelle ins Becken gepumpt wurden.

Gegen 22.00 Uhr war es dann auch vollbracht und alle Saug- und Druckschläuche waren verlegt und angekuppelt. So konnte die Großpumpe in Betrieb genommen werden und das Wasser an eine weiter entferne Einleitstelle pumpen. Aufgrund der Aufstellposition der Pumpe konnte leider nicht die gesamte Leistung ausgereizt werden da der Höhenunterschied zwischen Pumpe und Wasserspiegel der Entnahmestelle über 7m betrug. Ein anderer Aufstellort für die Großpumpe war aber platztechnisch nicht möglich.

Nachdem alle Schlauchleitungen noch einmal im laufenden Betrieb geprüft und nachgebessert wurden konnten unsere eingesetzten Helfer gegen 0200 Uhr wieder in Richtung Ortsverband verlegen und den Einsatz beenden.

 

Der Einsatz Vorort lief weiter und die Einsatzleitung alarmierte zusätzlich eine weiter Fachgruppe WP aus dem THW Ortsverband Zittau. Die mitgebrachte Hannibal 5.000 l/min – Pumpe musste aber wegen eines technischen Defekts bereits am Freitag durch die Pumpe der Fachgruppe WP aus dem THW Ortsverband Borna ersetzt werden.

Aufgrund des hohen Interesses der Medien besuchte am Donnerstag der THW-Präsident Albrecht Broemme gemeinsam mit dem Landesbeauftragten Manuel Almanzor  die Einsatzstelle. Dort traf er sich u.a. mit dem Landrat des Kreises Bautzen sowie mit dem Bürgermeister der Gemeinde Spreetal. Einer unserer Helfer war im Auftrag des Landesverbandes vor Ort um den Besuch und die Einsatzstelle fotografisch festzuhalten.

Am Samstagmorgen zeichnete sich ab, dass die Pumparbeiten den gewünschten Effekt hatten und das Becken komplett geflutet wurde. Daraufhin wurde durch die Einsatzleitung gegen 1100 Uhr Manpower aus den umliegenden Ortsverbänden angefordert um den Rückbau zu starten. Wir verlegten auf Anforderung mit 4 Helfern und dem Kran zur Einsatzstelle um dort die eingesetzten Tauchpumpen aus dem Kanal zu ziehen. Vorort angekommen waren die Aufräumarbeiten, unterstützt durch zwei Bergungsgruppen des THW Ortsverband Dresden, bereits in vollem Gange. Es wurde entschieden, dass zwei Helfer den Vorort verbliebenen MLW IV besetzen und diesen als LKW für „Weißes Material“ (bereits gereinigtes Material) zum Betriebshof des „Schwarze Pumpe Industriepark“ bringen. Der Ladekran wurde als Transportkomponente für benutztes und noch ungereinigtes Material verwendet und transportierte Saug- und Druckschläuche der Großpumpe sowie die Tauchpumpen gemeinsam mit dem Ladekran des THW OV Riesa zum Betriebshof. Auf dem Betriebshof reinigten Feuerwehr und THW gemeinsam das gesamte Material und verlasteten es entsprechend auf die Fahrzeuge. Unterstützt wurden sie dabei durch die 2. Bergung und die Fachgruppe R (Räumen) des THW Ortsverband Görlitz.

Nachdem das gesamte Material auf den Fahrzeugen verladen war konnte der Einsatz Vorort als beendet erklärt werden. Unser Ladekran verlegte zurück in den Ortsverband und der MLW IV brachte erst die Materialien nach Riesa um dann auch wieder „nach Hause“ zu fahren. Der Einsatz war für unseren Ortsverband gegen 0100 Uhr am Sonntag früh beendet.

Wir danken allen eingesetzten Kräften der verschiedenen Organisationen für die fantastische Zusammenarbeit, unseren Helfern für die nächtliche Einsatzbereitschaft und allen Familien und Arbeitsgebern dafür, dass wir unsere Arbeit machen könnne.


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