Vielseitige Ausbildung für den Ernstfall
Auf dem Programm standen unter anderem:
- Aufbau und Betrieb einer Einsatzstellenbeleuchtung – unter realitätsnahen Bedingungen fernab befestigter Infrastruktur
- Metallbearbeitung im Rahmen der Nachwuchsförderung der THW-Jugend
- Ortung und Rettung einer verletzten Person
- Ausbildung an Seilen, Ketten und Bandschlingen für die Grundausbildung (inkl. der allseits “beliebten” Knotenkunde)
- Heben und Bewegen schwerer Lasten
- Erste-Hilfe-Maßnahmen sowie Transport verletzter Personen
Die Fachgruppen entwickeln ihre Übungsszenarien kontinuierlich weiter und passen diese an mögliche Einsatzlagen an. Ziel ist es, Abläufe zu optimieren, die Zusammenarbeit zu stärken und unter wechselnden Bedingungen handlungsfähig zu bleiben.
Höhepunkt: Personenrettung auf einem extrem steilen Weinberg
Das anspruchsvollste Szenario stellte die simulierte Rettung einer verunglückten, schwergewichtigen Person auf einem steilen, schwer zugänglichen Weinberg dar. Solche Lagen erfordern regelmäßig die Unterstützung des THW, da Rettungsdienste mit herkömmlicher Ausrüstung in unwegsamem Gelände an ihre Grenzen stoßen.
Aufgabe der Einsatzkräfte war es zunächst, die verletzte Person im Gelände aufzufinden und die erforderlichen Maßnahmen der Ersten Hilfe einzuleiten. Anschließend folgte die technisch und körperlich anspruchsvollste Phase: der Abtransport.
Aufgrund der extremen Hangneigung war ein klassischer Transport mittels Krankentrage nicht möglich. Stattdessen kam ein Schleifkorbtrage-System in Kombination mit Seilzügen zum Einsatz. Der eingesetzte Übungs-Dummy bringt allein rund 90 Kilogramm auf die Waage. Zusammen mit der Schleifkorbtrage und der Sicherungstechnik mussten somit über 150 Kilogramm Last über geschätzt 50 Höhenmeter bewegt werden.
Erschwerte Bedingungen erhöhen den Trainingswert
Die äußeren Bedingungen verschärften die Lage zusätzlich: niedrige Temperaturen, anhaltender Regen sowie ein aufgeweichter, rutschiger Untergrund verlangten den Einsatzkräften höchste Konzentration, Koordination und körperliche Leistungsfähigkeit ab. Gerade diese Faktoren machten die Übung besonders wertvoll, da sie realistische Einsatzbedingungen widerspiegeln.
Fun-fact am Rande: Mit dem Ende unserer Übung endete auch der Regen. Immerhin hatten wir dann einen sehr schönen Blick von den Radebeuler Weinbergen über das Elbtal bis hinüber in das Erzgebirge…
Ziel der Übung war die sichere Übergabe der verletzten Person an die Rettungskräfte.
Einschätzung der Einsatzleitung
Der erste Durchgang wurde von Manuel, Gruppenführer der Fachgruppe Schwere Bergung, geleitet. Er zog ein positives Fazit:
„Solche Szenarien zeigen, wie wichtig eine fundierte technische Ausbildung und eingespielte Teamarbeit sind. Unter schwierigen Witterungsbedingungen und in steilem Gelände zählt jeder Handgriff. Unsere Einsatzkräfte haben hochkonzentriert und professionell gearbeitet – genau das ist im Ernstfall entscheidend.“
Engagement und Teamgeist
Ein besonderer Dank gilt den Kameradinnen und Kameraden, die die Übung vorbereitet und umgesetzt haben.
Langweilig wird es beim THW Radebeul auch künftig nicht – denn regelmäßige, anspruchsvolle Ausbildung ist der Schlüssel zu erfolgreicher Gefahrenabwehr und technischer Hilfeleistung.

