Wir hatten in einer großen Übung im vergangenen Jahr exakt dieses Szenario geübt: Zusammen mit weiteren THW-Ortsverbänden und Feuerwehreinheiten bauten wir über mehre Kilometer eine mobile Wasserversorgung für die Feuerwehr und die weiteren Einsatzkräfte auf.
Unter realen Einsatzbedingungen und das unberechenbare Flammenmeer in unmittelbarer Nähe, ist es aber eine ganz andere „Hausnummer“. Ab der Alarmierung waren unsere Kameraden rund um die Uhr im Einsatz, um u.a. die Logistik der Rettungseinheiten sicherzustellen, Evakuierungen zu unterstützen, Absperrungen zu errichten, Leitungen und Schläuche zu verlegen.
Die Lage in der Gohrischheide bleibt angespannt.
Aktuell befinden sich nach Angaben des Landratsamtes Meißen etwa 555 Kräfte von der Freiwilligen Feuerwehr, dem Technischen Hilfswerk, der Bundeswehr, der Polizei und anderen Organisationen mit 130 bis 140 Fahrzeugen im Einsatz. Derzeit wird von einer vom Brand betroffenen Fläche von etwa 2.100 Hektar ausgegangen.
Aktuelle THW-Zahlen: bislang waren rund 250 ehrenamtliche Einsatzkräfte aus 17 Ortsverbänden in Sachsen und Thüringen sowie aus dem Landesverband Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt im Einsatz.
Neben bekannten einsatzrelevanten Aufgaben im Bereitstellungsraum haben die THW-Einheiten auch im eigentlichen Schadensgebiet viele Aufgaben übertragen bekommen. Um das Feuer an der Ausbreitung zu hindern, schlagen Bergungsgruppen und Fachgruppen Räumen Schneisen in die gefährdeten Waldgebiete. Für diese vorbeugende Maßnahme werden Bäume gefällt und alles aus dem Weg geräumt, um den Feuerwehren die freie Durchfahrt zum eigentlichen Brandort zu ermöglichen. Mit Verlegeplatten wird zusätzlich ein besser befahrbarer Untergrund geschaffen.
Mit der Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen wurde am Sonntag eine weitere THW-Einheit an den Einsatzort verlegt. Die Aufgabe besteht in der Versorgung des Einsatzabschnittes Jacobsthal mit Löschwasser. Hierzu muss eine Strecke vom Ost-See bis an den Einsatzort geschaffen werden. Dazu wurde eine der zehn vorhandenen Großpumpen mit einer Pumpleistung von 25.000 Liter/min. aufgebaut. Länge der Wegestrecke ist 2,5 Kilometer. Auch Wassertransporte mit LKW werden von den THW-Einheiten übernommen.
Durch die Trupps Unbemannte Luftfahrtsysteme (UL) und den Helikoptern der Bundeswehr und Bundespolizei konnten verschiedene Einsatzabschnitte überwacht werden, die Lage konnte präziser eingeschätzt werden. Diese Helikopter werden durch eine Fachgruppe Bergungstauchen und eine Fachgruppe Wassergefahren unterstützt. Sie stellen sicher, dass keine Schäden an Personal oder Material während der Entnahme von Löschwasser aus anliegenden Gewässern entstehen.
Update 12.07.:
In der Gohrischheide stabilisiert sich aufgrund der geänderten Wetterlage die Einsatzsituation. Der Einsatz wird geordnet zurückgefahren und die Logistik in die jeweiligen OV’s (Ortsverbände) zurückverlegt.

