Ziel der Übung
Am vergangenen Wochenende führte der THW-Landesverband Sachsen-Thüringen die Stabsrahmenübung LUX 25 durch. Geübt wurde ein Szenario, in dem kritische Infrastruktur – darunter die Trinkwasserversorgung in mehreren Großstädten – durch Sabotage beeinträchtigt wurde. Zudem wurden durch anonyme Schreiben weitere Anschläge angekündigt.
Solche Szenarien sind mittlerweile leider nicht auszuschließen. Genau deshalb sind regelmäßige Übungen notwendig, um die Fähigkeiten im Zivil- und Katastrophenschutz zu stärken und im Ernstfall handlungsfähig zu sein und zu bleiben.
Wer war beteiligt?
Insgesamt wirkten die jeweiligen Führungsstäbe aller 34 Ortsverbände des THW-Landesverbandes an der Übung mit. Schwerpunkt war die Alarmierung und Kommunikation zwischen den Ortsverbänden und den Regionalstellen, aber auch das Zusammenwirken mit weiteren Rettungskräften. Meldungen wurden über Telefon, Sprechfunk und E-Mail weitergegeben, um die Abläufe in unterschiedlichen Kommunikationswegen realistisch zu erproben.
Welche Aufgaben haben die Stäbe?
Der Stab eines Ortsverbands ist dafür verantwortlich, die zur Verfügung stehenden Kräfte und Mittel situationsgerecht einzusetzen. Ziel ist es, Gefahrensituationen schnell und effektiv zu erfassen und notwendige Maßnahmen zu ergreifen. Dabei spielt das Zusammenspiel mit eigenen und anderen THW-Einheiten und Fachbereichen eine zentrale Rolle. Das THW verfügt über erprobte Strukturen und Spezialisten, die flexibel und koordiniert zusammenarbeiten.
Was wurde konkret geübt?
Im Rahmen der Übung mussten die Stäbe unter anderem folgende Entscheidungen treffen:
- Welche Einheiten müssen alarmiert werden?
- Wie viele Helferinnen und Helfer stehen in welchem Zeitraum bereit?
- Welche Fahrzeuge und Geräte werden eingesetzt?
- Welche Ressourcen verbleiben als Reserve für eine Ablösung bzw. für weitere Eskalationen?
Jede Führungsstelle führte eine Lagekarte und dokumentierte sämtliche Aktivitäten in einem Einsatztagebuch. Um die Dynamik einer realen Katastrophenlage nachzuempfinden, wurden zusätzlich weitere Ereignisse – etwa ein Tanklastwagenunfall mit Explosion auf einer Autobahn, ein regionales Hochwasser mit Deichbruchgefahr und überaus nervige Presseanfragen nach Statements zu aktuellen Lage – in das Szenario eingebaut.
Welche Erfahrungen wurden gemacht?
Die Übung verdeutlichte, wie herausfordernd es ist, in dynamischen Lagen den Überblick zu behalten – sowohl über die eigenen Einheiten als auch über die Zusammenarbeit mit anderen Ortsverbänden. Gleichzeitig zeigte sich, dass das THW dank seiner Strukturen und der hohen Einsatzbereitschaft der Ehrenamtlichen gut aufgestellt ist, um auch komplexe Szenarien zu bewältigen.
Was bleibt als Fazit?
Der Einsatzauftrag im Rahmen der Übung wurde erfolgreich erfüllt. Trotzdem sind alle Beteiligten froh, dass es sich um eine Übung handelte. Klar ist aber auch: Zivil- und Katastrophenschutz gibt es nicht zum Nulltarif. Unsere ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer leisten – gemeinsam mit anderen Rettungs- und Sicherheitskräften – einen unverzichtbaren Beitrag, damit die Folgen größerer Katastrophen oder Anschläge so gering wie möglich bleiben.

