Mit dabei waren auch Berliner THW-Kameraden des ESS-Trupps (Einsatzstellen-Sicherungssystem) sowie Kameraden der DLRG/Wasserrettung aus Dresden.
Schon die Umgebung stellte besondere Anforderungen an Mensch und Material: loser Sand, steile Hanglagen und enge Waldwege verlangten unseren Einsatzkräften und Fahrzeugen einiges ab. Gleichzeitig bot die beeindruckende Kulisse der Abraumförderbrücke F60 eine außergewöhnliche Umgebung für unsere Ausbildung.
Wasserförderung unter realen Bedingungen
Eine der Ausbildungsaufgaben bestand darin, Wasser aus einem See in ein rund 15 Meter höher gelegenes Becken zu pumpen. Dabei stellten sich viele praktische Fragen: Welche Pumpen eignen sich für solche Höhenunterschiede? Welche Fördermenge kommt tatsächlich am Ziel an? Sind Zwischenbecken erforderlich, um die Wasserversorgung sicherzustellen?
Anstatt diese Fragen nur theoretisch zu behandeln, haben wir die unterschiedlichen Varianten direkt praktisch erprobt. Die dafür benötigte Technik führen unsere Fachgruppen N auf den Mehrzweckgerätewagen (MzGW) mit: verschiedene Pumpen, Schlauchmaterial ähnlich dem der Feuerwehr, mobile Wasserbecken sowie Stromerzeuger.
Besonders eindrucksvoll war dabei, wie flexibel unsere Ausstattung eingesetzt werden kann. Selbst aus einzelnen Leitersegmenten und einer großen Plane lässt sich innerhalb kurzer Zeit ein funktionales Wasserbecken errichten.
Kraftfahrertraining im schwierigen Gelände
Ein weiterer Schwerpunkt war das Kraftfahrertraining im Gelände. Unsere schweren LKW verfügen zwar über moderne Allradtechnik, doch diese Fähigkeiten müssen regelmäßig unter realistischen Bedingungen trainiert werden.
Dafür konnten wir auf die Unterstützung eines äußerst erfahrenen Fahrlehrers zurückgreifen. Auf einem privaten Übungsgelände absolvierten wir einen anspruchsvollen Parcours mit steilen Anstiegen, starken Böschungen, engen Wegen sowie losem und sandigem Untergrund.
Ein besonderer Höhepunkt war die Bergung eines im tiefen Sand festgefahrenen LKW aus einer stark ausgefahrenen Spurrinne. Gerade solche Situationen zeigen, wie wichtig Erfahrung, Fahrzeugbeherrschung und Teamarbeit im Einsatzfall sind.
Präzisionsarbeit des ESS-Trupps
Der ESS-Trupp widmete sich während des Camps einer hochspezialisierten Ausbildungsaufgabe. Mit präziser Laser-Entfernungsmessung können einsturzgefährdete Gebäudeteile überwacht werden – beispielsweise nach Bränden oder Explosionen. Ziel ist es, Einsatzkräfte frühzeitig vor gefährlichen Bewegungen von Bauwerken zu warnen.
Bereits kleinste Veränderungen werden durch die empfindliche Messtechnik erkannt. Werden definierte Grenzwerte überschritten, können Einsatzkräfte umgehend aus dem Gefahrenbereich zurückgezogen werden.
Die gigantische Förderbrücke F60 bot hierfür ein ideales Studienobjekt. An verschiedenen Punkten der rund 500 Meter langen Stahlkonstruktion wurden Reflektoren angebracht, um Bewegungen und Ausdehnungen der Konstruktion zu messen. Selbst normale Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht führen bei dieser Größe bereits zu messbaren Veränderungen im Zentimeterbereich.
Zusätzlich wurde untersucht, wie stark sich ein Ausläufer der Förderbrücke unter der Belastung durch Besuchergruppen absenkt. Auch hier zeigte die Messtechnik eindrucksvoll ihre Präzision.
Rettungsübungen auf dem Wasser
Gemeinsam mit den Kameraden der DLRG ging es außerdem auf den See hinaus. Mit deren Booten führten wir verschiedene Rettungsübungen auf dem Wasser durch und konnten so die Zusammenarbeit unterschiedlicher Organisationen weiter vertiefen.
Kameradschaft im Feldlager
Neben der fachlichen Ausbildung kam auch die Kameradschaft nicht zu kurz. Die Fachgruppen N verfügen über die Möglichkeit, mobile Zeltunterkünfte mitsamt der notwendigen Infrastruktur aufzubauen. Unsere kleine Zeltstadt auf dem Gelände des Besucherbergwerks wurde für mehrere Tage zu unserem gemeinsamen Zuhause.
Nach den intensiven Ausbildungsdiensten ließen wir die Abende gemeinsam beim Grillen und in geselliger Runde ausklingen. Gerade solche gemeinsamen Erlebnisse stärken die Zusammenarbeit und den Zusammenhalt – auch über die Grenzen des eigenen Ortsverbandes hinaus.
Unser besonderer Dank gilt den Mitarbeitern des Besucherbergwerks F60. Sie ermöglichten uns nicht nur den Aufbau unseres Feldlagers auf ihrem Gelände, sondern unterstützten uns auch mit Infrastruktur und Verpflegung während des gesamten Ausbildungscamps.

