31.12.2019

Unsere letzten Worte in 2019

Ein (kleiner) Rückblick

Das Jahr 2019 war für das THW Radebeul ein besonderes Jahr.  Es war ein Jahr der Extreme.  Es existiert für jedes Jahr eine Excel-Datei, in der alle Termine außer Dienste aufgelistet sind. Normalerweise ist diese Datei eine Seite lang. Dieses Jahr ging die Tabelle über drei Seiten.

Diese Excel-Tabelle sollte 2019 dominieren.

Nach einem verhältnismäßig ruhigen Januar startete der Februar, mit einem gewaltigen Wochenende. Innerhalb von 48 Stunden beteiligte sich unser OV, nicht nur am Einsatz in Dresden am weißen Hirsch, wo ein Gebäude abgestützt werden musste. Auch standen die Helfer_innen auf der Autobahn bereit, um festgefahrene LKW aus dem Schnee zu schleppen. Das waren die einzigen ungeplanten Einsätze dieses Jahr, was bei der Menge an geplanten Aktionen gar nicht auffiel.

Das bestimmende Thema dieses Jahr war das Bundesjugendlager 2019 in Rudolstadt/Thüringen. Ende Juli bis Anfang August zelteten rund 5000 Jugendliche und Betreuer plus bis zu 1000 Personen Funktionspersonal auf einer grünen Wiese mitten in Rudolstadt. Die gesamte Infrastruktur musste durch das THW aufgebaut und betrieben werden. Natürlich unterstützte auch unser Ortsverband das erste BuJuLa in unserem Landesverband mit Personal und Technik. Und unsere Jugendgruppe nahm Teil.  Es wird für alle Beteiligten eine bleibende Erinnerung sein.

Nebenbei absolvierten unsere Ehrenamtlichen auch diverse sonstige Hilfeleistungen wie die Absicherung des Treppenlaufs in Radebeul sowie die Unterstützung beim Dresden Marathon.

Im Bereich Übung und Ausbildung war 2019 viel los: Es gab eine Vollübung für alle Einheiten des OV, sowie ein großes Ausbildungswochenende in Görlitz. Besondere Highlights waren die Landeskatastrophenschutzübung „Schöna 2019“ sowie die Wasserausbildung „Elbwatch“. Doch auch die „normale“ Fachausbildung kam nicht zu kurz. In tausenden Ausbildungsstunden erarbeiteten sich unsere Helfer neues Wissen. Nennenswert sind an dieser Stelle die Ausbildungen Lagekarte für den Zugtrupp, die Themen Rettung aus Fahrzeugen, Sandsackverbau, Stegbau und Höhenrettung für die Bergungsgruppen sowie besondere Fahrmanöver für die Fachgruppe Wassergefahren und die LUK-Ausbildung für den OV-Stab. Wir konnten 2019 neue Einsatzkräfte aus der GA in die Gruppen verteilen. Ebenfalls bildeten sich unsere Helfer in Speziallehrgängen an der Bundesschule, auf Regionalebene oder extern weiter. Unter anderem nahmen die Einsatzkräfte an den Lehrgängen Bediener Motorkettensäge, Ladungssicherung, Gruppenführer, Zugführer, Ausbildungslehre, Atemschutzgeräteträger, Grundlagen Öffentlichkeitsarbeit, Extremismusprävention, Bediener Schmutzwasserpumpe, Einsatzgrundlagen Ausland, Ladekranführer, Grundlagen Führung und Thermisches Trennen teil.

Da das immer noch nicht genug ist, gab es auch Öffentlichkeitstermine, unter anderem bei der ENSO in Großenhain, dem Rotaryfest in Meißen, dem Frühlingsfest des Autohauses sowie den NATO-Days in Ostrava. In diesem Zusammenhang bekamen wir auch Besuch, unter anderem vom Rotary Club Radebeul, einer Delegation Internationaler Jugendlicher sowie diverser Jugendfeuerwehren.
Besonders viel Besuch erhielten wir auch am Tag der offenen Tür im August, der ebenfalls ein voller Erfolg war. Unter anderem Besuchte uns der frühere Innenminister MdB Thomas de Maiziere. Doch auch Kindergartengruppen und alle Zweitklässler Radebeuls am Kinderblaulichttag gehörten zu unseren Besuchern.

Das neue Rahmenkonzept spielte eine bedeutende Rolle in diesem Jahr. Die Bergungsgruppen 1 verloren ihre Zahl, die Bergungsgruppe 2 ist nun eine Fachgruppe Schwere Bergung und die Fachgruppe Infrastruktur wurde getauscht gegen eine Fachgruppe Notinstandsetzung/Notversorgung. Es gab neues Material und neue Aufgaben für fast jede Gruppe. Die weitere Umsetzung dieses Konzeptes wird uns noch über Jahre beschäftigen.

In diesem Jahr haben wir neue Freundschaften geschlossen und neue Partner hinzugewonnen. Wir konnten neue Ehrenamtliche in unseren Reihen begrüßen, haben viel Ausrüstung erhalten sowie ein neues „Fahrzeug“, eine 20ft Wechselbrücke hinzubekommen. Wir hoffen, dass wir die Freundschaften im nächsten Jahr ausbauen können.

Wer sich über einzelne Aktionen und Aktionen, von denen hier nicht die Rede ist, genauer informieren möchte, insgesamt 55 Berichte sind dieses Jahr entstanden. Ebenfalls gibt es ein FAQ zum Rahmenkonzept. Alle sind auf der Webseite im Bereich Aktuelles zu finden.

Damit sind wir schon beim Ausblick zu 2020. Im Zugtrupp stehen personelle Veränderungen an, nachdem der Zugführer des zweiten TZ, Thomas Bauer zum Jahresende zurücktreten wird. Nach über 20 Dienstjahren und unzähligen Einsätzen und Dienststunden gebührt ihm unser Dank. Er wird uns, zum Glück, weiterhin als Kraftfahrer im Zugtrupp erhalten bleiben. Des Weiteren wird der neue Vorstand des Helfervereins seine Arbeit aufnehmen.  

Das Rahmenkonzept und der Aufbau des BR500 Ost sind strukturelle Veränderungen, die uns beschäftigen werden.

Doch auch Termine werfen ihre Schatten voraus. Eine Neuauflage Elbwatch, Öffentlichkeitstermine wie der 3. Kinderblaulichttag oder das Rotaryfest, Technische Hilfeleistungen wie der Treppenlauf und das Ausbildungswochenende mit dem OV Görlitz steht an. Es geht wieder auf die Autobahn und besondere Ausbildungsthemen stehen schon auf dem Dienstplan. Ebenfalls wird eine ganz besondere GA-Prüfung in Radebeul stattfinden, dazu an geeigneter Stelle mehr. Insgesamt wird es weniger als 2019, aber dennoch nicht langweilig.

Auch dieses Jahr, haben die Menschen in diesem Ortsverband besonderes geleistet. Darauf kann jeder Einzelne stolz sein. Manchmal erfordert dieses Ehrenamt Opfer, sei es weniger Zeit mit den Kindern, weniger Zeit an der Playstation oder verschobene Schichtpläne. Darüber, dass in Radebeul über 100 Personen bereit sind, solche Opfer zu bringen sind wir stolz. Jeder Ehrenamtler ist kostbar und verdient unseren Dank.

Doch ohne die Menschen im Hintergrund wäre das nicht möglich:

Die Partner die auf ihre/n Liebste/n verzichten müssen, die Kinder, die auf ihre Eltern warten, die Familie deren Mitglied statt am Esstisch beim THW isst. Ohne deren Rückhalt wäre ein Engagement nicht möglich.

Die Arbeitgeber unserer Einsatzkräfte, die ihre Mitarbeiter immer wieder für Einsätze, Übungen und Lehrgänge freistellen, sind ein wichtiger Teil.

Unsere Freunde bei anderen Organisationen, Unternehmen, Behörden und Vereinen sind wichtig. Denn die Zusammenarbeit lebt von den Menschen, nicht von Verträgen und Vereinbarungen.

Doch auch unsere eigenen Kameraden aus anderen OVs sind ein wichtiger Baustein des Jahres 2019. Im THW geht es nur gemeinsam und das zeigt sich immer wieder.

Zum Abschluss möchten wir allen Genannten und Nichtgenannten ganz herzlich "Danke" sagen. Es war ein großes Jahr für das THW Radebeul und wir haben es gemeistert. Zivil-/ und Katastrophenschutz bedeutet mehr als Knoten, LKWs, Boote, Handbücher, Tragen, Blaulicht, Bohrhämmer, Sägen und Stege. Es sind die Menschen, auf die es ankommt und das hat das Jahr 2019 bewiesen.

Wir wünschen Allen einen Guten Start in das Neue Jahr 2020. Wir freuen uns drauf.

 

P.S. Normalerweise gehen unsere letzten Worte nur über eine Seite. Dieses Jahr sind es zwei, dass zum Thema volles Jahr. :D Danke fürs Lesen dieses kleinen Romans.


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